Wie können moderne Assistenzsysteme und innovative Technologien älteren Menschen helfen, ihren Alltag selbstbestimmter zu gestalten?
Dieser Frage widmet sich unser Projekt „Der Leichter leben-Raum on Tour durch den Bezirk Weiz“, das momentan im Rahmen einer Roadshow in Weiz unterwegs ist. Der Smart Ageing Verein arbeitet, mit Unterstützung des Rotary Clubs Weiz und der Geriatrischen Gesundheitszentren der Stadt Graz, an der Sensibilisierung und Bewusstseinsbildung für diese unterstützenden Hilfsmittel. Smarte Notrufhilfen, intelligente Erinnerungshilfen und Sturzerkennungsuhren beispielsweise helfen dabei, selbstbestimmt und langfristig zu Hause leben zu können.
Das Projekt findet in Kooperation mit den Gemeinden des Bezirks, lokalen Stakeholdern, Wirtschaftsbetrieben und Bildungseinrichtungen statt. Ziel des Projekts ist es, ein selbstständiges Leben für ältere Menschen bestmöglich zu unterstützen, durch Bewusstseinsbildung, Sensibilisierung und Information der Bevölkerung und von Gesundheitsfachkräften. Bei diversen Veranstaltungen, wie beispielsweise dem Tag der Pflege in Weiz und der Gesundheitsmesse in Gutenberg aber auch bei dem Edlseer Konzert im Kunsthaus Weiz, hatten Besucher:innen die Möglichkeit, sich zu informieren und die verschiedenen Technologien auszuprobieren.
Der mobile Schauraum tourt je nachdem als „Leichter leben-Bus“ durch den Bezirk, wie z.B. bei der Langen Nacht der Kirchen. Dieser Bus wurde gemeinsam mit Kooperationspartnern gemietet und entsprechend beklebt, um mehr Sichtbarkeit in der Öffentlichkeit zu schaffen.
Zusätzlich finden Sprechstunden in unterschiedlichen Einrichtungen statt, bei denen sich Interessierte individuell bzw. in Gruppen beraten lassen können. Das Projektteam war dazu in verschiedenen Apotheken, bei dem Verein Chiara, auf dem Weizer Weihnachtsmarkt sowie bei diversen Senior:innenvereinen. Dabei wurden regelmäßig auch kurze Vorträge gehalten, um einen allgemeinen Überblick über unterstützende Technologien im Alter zu geben. „Es ist gut sich zu informieren, welche Hilfsmittel es überhaupt gibt, die ich eventuell im Alter brauchen könnte“, erzählt eine Besucherin.
Ebenso finden regelmäßig Workshops zum Thema „Alter(n)“ in Volksschulen statt. Ziel ist es, den Schülerinnen und Schülern auf kreative Weise den Lebenszyklus und die Veränderungen im Alter näherzubringen. Die Kinder konnten in verschiedenen Übungen spielerisch erleben, welche Schwierigkeiten ältere Menschen im Alltag haben und somit selbst erfahren, wie es sich anfühlt mit Einschränkungen zu leben. Sie probierten Brillen aus, die das Sehen im Alter simulieren, und Handschuhe, die die Fingerbeweglichkeit einschränkten. Damit versuchten sie alltägliche Aufgaben zu erledigen, zum Beispiel eine Einkaufsliste schreiben. Ein Schüler erzählt: „Ich fand es sehr spannend, die Brillen auszuprobieren. Plötzlich war alles verschwommen und es war richtig schwer, etwas zu lesen oder zu schreiben“.
Das „Leichter leben-Raum on Tour“-Projekt befindet sich in der Endphase. Insgesamt konnten in folgenden Gemeinden des Bezirks Weiz Events, Sprechstunden oder Schul-Workshops abgehalten werden:
- Weiz
- Thannhausen
- Passail
- Mitterdorf an der Raab
- St. Ruprecht an der Raab
- Gutenberg-Stenzengreith
- Hofstätten an der Raab
- Ludersdorf-Wilfersdorf
- Bonus: Kottingbrunn, NÖ
Dadurch wurde eine große Anzahl an Menschen direkt erreicht und über die unterschiedlichen Möglichkeiten für ein selbstbestimmtes Leben im Alter informiert.
Im Rahmen von Fragebogen-Erhebungen und qualitativen Interviews wird die Reichweite und Wirkung des Projekts erfasst. Die Ergebnisse werden in einem Abschlussbericht festgehalten und dienen der Weiterentwicklung des Prototyps „mobiler Schauraum“.
